Lernlücken sind längst da

Lernlücken sind längst da

Lernlücken sind längst da

Diese Aussage stammt von Paul Munzinger, einem Journalisten der SZ.

https://www.sueddeutsche.de/politik/bildung-harte-pruefung-1.5226357

Er nimmt entsprechende Aussagen des Bildungsforschers Marcel Helbig zum Anlass, um auf die besondere Diskriminierung von Kindern aus sozial benachteiligten Familien aufmerksam zu machen. Und Recht haben sie.
Was in der Corona-Krise besonders auffällt, beschreibt aber auch nur die alltägliche Ungerechtigkeit unseres Schulsystems. Nicht nur internationale Bildungsstudien berichten von diesem Versagen unserer Bildungspolitiker. Sie können es einfach nicht. Sie können sich nicht um unsere Kinder chancengerecht kümmern und sie können noch nicht einmal ein paar Laptops für ihre Lehrer*innen kaufen. So sind sie, die unserer Bildungssystem in den letzten Jahren neoliberal optimiert und ihm auch noch den fünkchen Geist geraubt haben.

Wenn ich als Lehrer in meinem Beruf etwas gegen die systemisch implementierte Benachrichtigung unternehmen soll, dann erhalte ich dafür keine Arbeitszeit, sondern muss akzeptieren, dass meine Vorgesetzten das Schulsystem perverserweise so konstruiert haben, dass man nur durch massive Selbstausbeutung etwas und immer noch zu wenig verändern kann.
Eine schöne heile Welt ist unsere Schule nicht. Ob dies Marcel Helbig und Paul Munzinger auch auf dem Schirm haben?

Mark Hagelt

Veröffentlicht von

markhagelt.org

Mark Hagelt lebt seit vielen Jahren mit Kind und Kegel als Lehrer in Norddeutschland und hat in seinem Roman "Schulfrei" eigene Erfahrungen aus der Lehrerausbildung eingearbeitet. Das Manuskript ist bereits vor über 20 Jahren verfasst worden, lag dann aber nach ersten Veröffentlichungsversuchen lange im Regal und wurde erst kürzlich wiederentdeckt. Die im Roman thematisierten gesellschaftlichen Hierarchien und Ausgrenzungstendenzen beschäftigten den Autoren seit Langem, teilweise auch in wissenschaftlichen Bestrebungen, und scheinen ihm heute ausgeprägter zu sein, als in der Zeit des Verfassens des Werks. Daher erscheint ihm die Auseinandersetzung mit subtilen Formen der Unterdrückung und struktureller Gewalt aktueller denn je, da sie die Basis unseres auf Egalität und Solidarität fußenden demokratischen Zusammenlebens sukzessiv unterwandern.

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