Feedback erwünscht!

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Hallo du, der du diese Zeilen liest. Es ist schön, dass dran keinem anderen Ort in den unendlichen Weiten des Internets unterwegs bist, sondern genau hier und jetzt mit deinen Augen über die von mir geschriebenen Zeilen streifst. Dieser Blog und diese Zeilen sind ein Experiment von mir, an dem du teilhast. Es ist ein Versuch in unserer immer komplexer werdenden Medienwelt ein Sprache zu finden, die gelesen werden will und die Inhalte transportiert, die mir wichtig sind.

Dagegen könnte man jetzt einwenden: Warum gehst du dazu nicht die eingefahrenen Wege, suchst dir eine Literaturagentur, einen Verlag und eine professionelle Internetdistribution? Warum eigentlich nicht? Meine bisherigen Erfahrungen waren nicht nur positiv. Unsere Medienwelt ist hochgradig professionalisiert und hat in diesem Zuge ein komplexes System mit Zugangswegen, Filtern und Sperren aufgebaut, die den Markt bestimmen. Vor Jahren, als ich das Manuskript zu „Schulfrei“ fertiggestellt hatte, sammelte ich einige Erfahrungen in diesem System und erhielt natürlich eine Reihe von Ablehnungen von etablierten Verlagen. Aber da gab es auch eine Literaturagentur in Berlin, die auf junge Autoren spezialisiert war und lange damit rang, ob sie mich vertreten und meinen Roman anbieten wollte. Nach der Selbstdarstellung der Agentur war sie in diesem Fall meistens erfolgreich, da sie selbst vorab die eingereichten Manuskripte sorgfältig prüfen ließ. Mein Manuskript hat es damals ganz knapp nicht geschafft, teilte man mir nach wochenlangem Prüfen mit. Zu diesem Zeitpunkt waren meine Selbstzweifel bereits so groß, dass ich den Weg des freien Autorendaseins innerlich schon verworfen und den Weg des Brotberufs weiter verfolgte, der mich an den Platz brachte, an dem ich heute stehe.

Und nun will ich wieder Autor sein, will aber einen neuen Weg gehen, der nicht vom bestehenden Literaturapparat vorgeformt ist, sondern sich direkt an dir bzw. meinem Lesepublikum orientiert. Dazu wünsche ich mir Feedback von dir. Mein Blog füllt sich langsam mit Texten, ich entdecke Themen für mich, die teils mit meinem Beruf, teils mit dem Schreiben und teils mit meinem Roman „Schulfrei“ verbunden sind. Aber Feedback erhalte ich kaum. Langsam wird dies für mich rätselhaft. Mir fehlt eine Erklärung für dieses Schreiben und mein Grübeln führt zu keiner Antwort. Manchmal fantasiere ich dann, das es vielleicht gar keine Menschen sind, die meine Zeilen lesen, sondern nur irgendwelche Bots, digitale Maschinen, die meine Texte mit irgendwelchen Algorithmen auswerten, um meine Seiten mit passender Werbung und was weiß ich zu verlinken.

Bist du etwa ein Bot?

– Nein?

Beweise es mir und gib mir ein Feedback zu dieser oder einer anderen meiner Seiten. Und wenn du noch mehr für mich Machen willst, dann empfehle meine Seite und mein Buch weiter und kaufe es gern über den Link an der Seite.

Und gerade habe ich die Vorstellung, wie es wäre, wenn Bots Bücher kaufen könnten, meinen Roman läsen, mit Algorithmen auswerteten und Kritiken über ihn schreiben würden. Eine digitale Lesewelt automatisierter Geräte.

Mark Hagelt

Veröffentlicht von

markhagelt.org

Mark Hagelt lebt seit vielen Jahren mit Kind und Kegel als Lehrer in Norddeutschland und hat in seinem Roman "Schulfrei" eigene Erfahrungen aus der Lehrerausbildung eingearbeitet. Das Manuskript ist bereits vor über 20 Jahren verfasst worden, lag dann aber nach ersten Veröffentlichungsversuchen lange im Regal und wurde erst kürzlich wiederentdeckt. Die im Roman thematisierten gesellschaftlichen Hierarchien und Ausgrenzungstendenzen beschäftigten den Autoren seit Langem, teilweise auch in wissenschaftlichen Bestrebungen, und scheinen ihm heute ausgeprägter zu sein, als in der Zeit des Verfassens des Werks. Daher erscheint ihm die Auseinandersetzung mit subtilen Formen der Unterdrückung und struktureller Gewalt aktueller denn je, da sie die Basis unseres auf Egalität und Solidarität fußenden demokratischen Zusammenlebens sukzessiv unterwandern.

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